14 Jan. 2017

Stellungnahme zur entgleisten Veranstaltung der Campus Alternative/AFD am 12.01.2017

Eine Vortragsveranstaltung der Campus Alternative (Hochschulgruppe der AFD) im Hörsaal 6 der Universität Magdeburg hat am 12.01. zu Ausschreitungen zwischen AFD-lern und Antifaschisten geführt. Die Ereignisse hatten ein starkes Medienecho, beispielsweise im Deutschlandfunk. In manchen Medien wird meine Rolle aber verzerrt dargestellt, was mich zu dieser Klarstellung veranlasst.

Worum geht es? Der Studierendenrat hatte eine Vortragsveranstaltung mit buntem Rahmenprogramm zum Thema Gender-Mainstreaming organisiert, die von Studierenden und Mitarbeitern/innen sehr gut besucht war. Mit dieser Veranstaltung zeigten die Studierenden eindrucksvoll ihre Haltung zur Vielfalt an der Universität und in der Stadt Magdeburg.

Zwei Stunden später hatte die Campus Alternative zu einem Vortrag geladen, ebenfalls zum Thema Gender-Mainstreaming. Diese Veranstaltung fand ein ähnlich starkes Echo, auch hier war der Hörsaal voll. Allerdings machten die Besucher – friedlich, aber lautstark – ihren Unmut über die Ausrichtung dieser Veranstaltung deutlich. Es befanden sich auch Mitglieder der Antifa im Saal. Diese trugen ein Transparent vor das Rednerpult, und wurden daraufhin von Mitgliedern der AFD-Gruppe angegriffen. Ich habe mich sofort zwischen beide Gruppen begeben um weitere Zusammenstöße und körperliche Gewalt zu verhindern. Dennoch ist es in diesen wenigen Minuten zu übergriffigen Vorfällen gekommen, die auf mehreren Videos gut dokumentiert sind.

Nach meinem Eindruck waren diese wechselseitigen Provokationen von Antifa und AFD kalkuliert und dominieren folgerichtig und ganz in deren Interesse auch die Berichterstattung.

Mit diesen Aktionen werden die Universität, besonders aber die mehreren hundert friedlichen Studierenden auf perfide Weise instrumentalisiert. Die Ausschreitungen richten sich nämlich genau auf das, was alle Beteiligten so vehement einklagen: Die Universität als Ort der freien Meinungsäußerung, des Ideenaustauschs und des friedlichen Diskurses. Hierfür habe ich mich an diesem Abend eingesetzt und werde das auch weiterhin tun, siehe Video.

Und nun zur Richtigstellung: Meine zitierte Aussage, dass ich stolz auf die Studierenden sei, bezog sich nicht auf die Ausschreitungen, die ich widerwärtig finde und ablehne, sondern auf die vom Studierendenrat organisierte Veranstaltung und das Rahmenprogramm. Ich habe nicht „jubelnd die Arme empor gerissen“ (Mitteldeutsche Zeitung) oder „geklatscht“ (Volksstimme), im Gegenteil habe ich mich beschwichtigend verhalten.

Bemühen wir uns gemeinsam um Differenzierung statt Pauschalierung.

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01 Feb. 2016

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In der Forschung beschäftigen wir uns mit Lernen und Entwicklungsmöglichkeiten im Prozess der Arbeit. Ob in kleinen oder großen Organisationen, als Freiberufler, in Industrie, Dienstleistung und Beratung, im Wirtschafts-, Versorgungs-, Gesundheits- oder Rechtssystem – es begegnen uns neue Herausforderungen, denen wir nicht mit Standardlösungen und Lehrbuchwissen gerecht werden. Während wir planen, improvisieren, kooperieren und Probleme lösen, entwickeln wir uns ständig weiter, bewusst oder unbewusst, gewollt oder ungewollt. Diese Entwicklungen lassen sich sichtbar machen, strukturieren, methodisch fördern und nutzen, um unsere Organisationen und Systeme zu verbessern: Sie menschlicher und gleichzeitig leistungsfähiger zu machen. Unsere Aufgabe besteht darin, diese Methoden zu entwickeln, zu bewerten und in die Praxis zu bringen. Dazu müssen wir die Prozesse, die sich beim lernenden Arbeiten unter verschiedenen Bedingungen vollziehen, noch besser verstehen.